Internet, soziale Medien und Smartphones haben den Umgang mit Fotografie einschneidend verändert und ihr Spektrum erweitert. In der Folge nehmen Museen auch die Alltagsfotografie der breiten Bevölkerung stärker in den Blick, die heute mehr denn je selbst Bildwelten erschafft. Sie reagieren darauf zum Beispiel mit dialogischen Vermittlungsformaten, bei denen Jugendliche und Erwachsene als Informant*innen die Reflexion des Fotografischen im Museum mitgestalten oder zwecks Aktivierung von Kreativität und der Förderung von Integration und sozialem Zusammenhalt selbst fotografieren. Die geladenen Rednerinnen stehen für Museen, die Vermittlung nicht als Zusatzangebot, sondern als Kernaufgabe betrachten und das Potenzial der Fotografie für den Miteinbezug der Bevölkerung beispielhaft ausloten.
Noch weniger institutionalisiert sind teilhabeorientierte Zugänge im Bereich des Sammelns, um die es im zweiten Teil der Tagung geht. Die hier vorgestellten Projekte interessieren sich für Fotografien, die in den sozialen Medien kommentiert und in Instant Messaging-Diensten verschickt werden oder auf privaten Mobiltelefonen schlummern. Den Museen, die dieses Kulturerbe für die Zukunft bewahren wollen, stellen sich viele neue inhaltliche, technische und rechtlich-ethische Fragen. Die Rednerinnen geben nicht nur Einblick in Chancen und Herausforderungen im Bereich der Teilhabe, sondern leiten aus ihren Erfahrungen auch allgemeine Empfehlungen ab, die anderen Museen dabei helfen können, die eigene Praxis weiterzuentwickeln.