Freiburg

Der Kanton Freiburg verfügt nicht nur über ein reichhaltiges audiovisuelles Kulturerbe, sondern zeichnet sich durch eine gesetzlich verankerte Ablieferungspflicht für audiovisuelle Dokumente aus – eine schweizweit bemerkenswerte Besonderheit. Die 1974 eingeführte Pflichtabgabe betrifft Druckerzeugnisse und Ton- und Bilddokumente und wird durch das Gesetz über den Schutz der Kulturgüter vom 7.11.1991 (Art. 28-29) geregelt. 
Das Amt für Kultur des Kantons Freiburg hat – über die Kantons- und Universitätsbibliothek (KUB) – diese bewährte Tradition der audiovisuellen Erhaltung in ein umfassendes Projekt überführt und eine breite Erhebung lanciert, um bislang unbekannte Bestände im gesamten Kantonsgebiet aufzuspüren. Dabei setzte man bewusst auf die aktive Mitwirkung der Bevölkerung sowie auf gezielte Befragungen vor Ort. 

Das Freiburger Inventarisierungsprojekt hat sich zu einem echten Impulsgeber entwickelt: Es fördert die Zusammenarbeit zwischen Institutionen und regt dazu an, die Erwerbungspolitik im Bereich des audiovisuellen Kulturerbes zu überdenken. Von bedeutenden Gedächtnisinstitutionen über Gemeinden, Radios, Festivals und Vereine bis hin zu Unternehmen wie auch der ehemaligen Cibachrome-Fabrik – der Kanton Freiburg kann mit Stolz auf eine lebendige und vielfältige audiovisuelle Tradition blicken, getragen von engagierten Akteurinnen und Akteuren, die sich für die Bewahrung und Aufwertung des kollektiven Gedächtnisses einsetzen.

Einblicke

Übersichtsinventar

Am 18. April 2023 wurde das kantonale Inventarprojekt lanciert. Ziel war es, alle audiovisuellen Bestände zu identifizieren und zu erfassen – sowohl bekannte als auch bisher unbekannte – und gleichzeitig wertvolle Informationen über ihren Erhaltungszustand zu sammeln. Diese Initiative wird die Grundlage für eine zukünftige kantonale Strategie zur Sicherung des audiovisuellen Kulturerbes bilden.

Um alle Freiburger Archive zu erfassen, wurden über tausend Fragebögen im ganzen Kanton verteilt. Die Entdeckungen – teils an unerwarteten Orten wie Kellern oder Scheunen – zeigen den Reichtum des Freiburger Kulturerbes. Das Projekt, das bis Ende Mai 2024 lief, hat eine grosse Datenmenge hervorgebracht und besonders aktive Akteure sichtbar gemacht, etwa patrizische Familien und religiöse Gemeinschaften, die zentrale Pfeiler der Freiburger Kulturlandschaft darstellen.

Die Bestandsaufnahme des audiovisuellen Kulturerbes des Kantons Freiburg wurde im März 2026 mit der Veröffentlichung des Schlussberichts und der Empfehlungen des Comité de pilotage abgeschlossen.

Website der KUB Freiburg: Kantonales Übersichtsinventar des audiovisuellen Erbes | Staat Freiburg

Medienmitteilungen

Medienecho

Projektleitung

Alexandre Dafflon, Staatsarchiv des Kantons Freiburg
Silvia Zehnder-Jörg, KUB, Leiterin Bereich Kulturerbe
Yves Cirio, KUB, Bereich Audiovisuelles
Davide Nerini, KUB, Bereich Fotografie
Christophe Mauron, Musée gruérien
Consuelo Salvadori, Scout

Kontakt

Yves Cirio

Yves Cirio

Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg

 

Veranstaltungen

  • 27.10.2023, de 17h30 à 20h, Le Labo urbain, Fribourg, « À la chasse aux trésors. Un point sur l’avancement du recensement audiovisuel cantonal » : dans le cadre de la Journée mondiale du patrimoine audiovisuel, la BCU Fribourg organise un atelier participatif pour présenter le projet.
  • 16.05.2024, Théâtre des Osses, Givisiez, Assemblée générale Memoriav, « Projet de recensement audiovisuel : Trouvailles et défis ».
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Inventaire fribourgeois

 

 

Resultate

Fribourg - Rapport final 2024 Fribourg - Recommandations du Comité de pilotage 2025

 

Die Ergebnisse aus den kantonalen Inventaren werden sukzessive zu einer Kartografie des audiovisuellen Erbes zusammengeführt.

Zu den Inventardaten auf Memobase

Entdeckungen auf Memobase

Die Archive von RadioFr. zeigen, wie wichtig dieser Sender für die Geschichte und das Gedächtnis des Kantons Freiburg ist. Die Sammlung macht die Arbeit von RadioFr. sichtbar und erlaubt es dem Publikum, wichtige Ereignisse der regionalen und nationalen Geschichte noch einmal zu erleben. Sie zeigt, wie eine lokale Privatradio-Station arbeitet, wie sich ihr Stil und ihre Gestaltung über zwanzig Jahre verändert haben.

Zu Memobase

Unsere Auswahl:

Kontrapunkte am Stammtisch 17.11.1991

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RadioFribourg