Die Kunst des Priorisierens. Vorgehen bei der Digitalisierung von Bildern und Tönen. #MemoriavFachtagung2026
Die nächste Fachtagung von Memoriav findet am 17. Juni 2026 in der UniS in Bern statt. Sie widmet sich der Priorisierung bei der Digitalisierung audiovisueller Dokumente. Entdecken Sie das Programm!
Obsolete Medien und zerfallende Trägermaterialien können Dank Digitalisierung erhalten werden. Aber auch weniger gefährdete Fotos, Filme, Videos und Tondokumente werden digitalisiert, um sie besser zugänglich zu machen. Memoriav setzt sich für die Einhaltung hoher Digitalisierungsstandards ein, mit dem Ziel die Inhalte so originalgetreu wie möglich der Nachwelt zu bewahren. Die Einhaltung der empfohlenen Standards ist mit beträchtlichen Kosten verbunden, sowohl für die Digitalisierung selbst, als auch für die digitale Langzeitarchivierung der Dateien.
An der Fachtagung diskutieren wir, welche Dokumente prioritär digitalisiert werden sollten, erklären, wie Digitalisierung funktioniert und welche Parameter die Qualität beeinflussen und zeigen, an welchen Stellschrauben gedreht werden kann, um die beste Lösung zwischen Qualitätsanspruch und verfügbaren Mitteln zu finden. Das Programm besteht aus Vorträgen am Morgen und Workshops bzw. Diskussion in Gruppen am Nachmittag.
Programm
| Wann | Was | Wer |
| 9:00-9:30 | Einschreiben & Kaffee | |
| 9:30-9:45 | Begrüssung und Einführung | Cécile Vilas, Felix Rauh (Direktorin und Verantwortlicher Bildung, Memoriav) |
Technische Voraussetzungen für Priorisierungsentscheide: Standards, Parameter, Einstellungen | ||
| 9:45-10:05 | Qualitätskriterien bei der Digitalisierung von Fotografien | Martin Stollenwerk (Leiter Fotografie, SIK-ISEA) |
| 10:05-10:25 | Qualitätskriterien bei der Digitalisierung von Videos und Tondokumenten | Ralph Michel (Konservator-Restaurator, Atelier für Medienkonservierung) |
| 10:25-10:40 | Digitalisierung von Film, Unterschiede zu Foto und Video | David Pfluger (Leiter Archiv, Lichtspiel) |
| 10:40-10:55 | Q+A | |
| 10:55-11:15 | Pause | |
Priorisieren in Gedächtnisinstitutionen: Auswahl von Beständen und Dokumenten für die Digitalisierung | ||
| 11:15-11:30 | Die Anwendung der Entscheidhilfe zur Formatauswahl der KOST aus Sicht eines Verwaltungsarchivs | Isabelle Mehte-Iser, Claire Röthlisberger-Jordan (Leiterin und Mitarbeiterin KOST) |
| 11:30-11:40 | Traiter un fonds imposant : le cas Enard | Natalie Fleury, Vincent Friedli (Conservatrice et Collaborateur scientifque au Musée jurassien d’art et d’histoire, Delémont) |
| 11:40-11:50 | Digitalisierung von Videokunst: wie priorisieren? | Sara de Bernardis (Head of conservation, MASI, Lugano) |
| 11:50-12:00 | Priorisierungsstrategien im audiovisuellen Bestand Jazz Helvetica | Toni Amadeus Bechtold (Forschungsdozent & Projektleiter Jazz Helvetica, Hochschule Luzern – Musik) |
| 12:00-12:10 | Schutzdigitalisierung unikaler AV-Medien in der Zentralbibliothek Zürich – einige Überlegungen zur Auswahl und Priorisierung audiovisueller Dokumente aus der Praxis (Arbeitstitel) | Frédérique Renno (Stv. Leiterin Musikabteilung, Zentralbibliothek Zürich) |
| 12:10-12:20 | Heute digitalisieren – morgen archivieren: Wie Dateigrössen, Formate und Digitalisierungsentscheide den Langzeiterhalt prägen | Jonas Desax (Digitale Langzeitarchivierung / Kantonsbibliothek Graubünden / Amt für Kultur) |
| 12:20-12:40 | Q+A | |
| 12:40-12:45 | Zusammenfassung und Erklärung Nachmittag | |
| 12:45-14:00 | Mittagspause | |
Workshops und Diskussionen | ||
| 14:00-15:30 | Workshop 1: L’art de prioriser en pratique. Pondération des critères de décision Sprache: Französisch | Cécile Vilas (Direktorin Memoriav) |
| Workshop 2: Die Kunst des Priorisierens in der Praxis. Gewichtung von Entscheidungskriterien Sprache: Deutsch | Felix Rauh (Verantwortlicher Film und Bildung, Memoriav) | |
| Workshop 3: Digitalisierung von Fotografie: Vertiefung Sprache: Deutsch | Martin Stollenwerk (Leiter Fotografie, SIK-ISEA) | |
| Workshop 4: Numérisation de la photographie: approfondissement Sprache: Französisch | Romain Guedj (Responsable Iconopôle, BCU Lausanne) | |
| Workshop 5: Digitalisierung Video und Ton: Vertiefung / numérisation son et vidéo: approfondissment Sprache: Französisch und Deutsch | Ralph Michel (Atelier für Medienkonservierung) et Eléonore Bernard (Konservatorin-Restauratorin, Atelier 40a) | |
| 15:30-15:45 | Pause | |
| 15:45-16:00 | Zusammenfassungen der Workshops | |
| 16:00-16:30 | Fazit und Abschied | |
Referierende
Martin Stollenwerk
Qualitätskriterien bei der Digitalisierung von Fotografien
Das Referat am Vormittag wird die wesentlichen Aspekte der Digitalisierung von analogen Fotovorlagen gemäss den Empfehlungen von Memoriav aufzeigen und erklären. Es wird dargelegt, warum es wichtig ist Fotografien mit standardisierten Verfahren zu digitalisieren und welche Rolle Farbtargets dabei spielen. Unter anderem wird das Thema Auflösung bei der Aufnahme und Wiedergabe z.b. im Druck behandelt. Die verschiedenen Farbräume, ihre Eigenschaften und ihre Auswirkungen auf die Wiedergabe sowie die Bittiefe werden bezüglich ihrer Archivtauglichkeit betrachtet. Es werden die unterschiedelichen Bildformate mit ihren Vor und Nachteilen besprochen sowie die Thematik der Komprimierung von Fotodateien. Ein weiteres Thema ist die Schärfe der Reproduktionen und wie damit umgegangen werden soll. Ausserdem werden Methoden zur visuellen und elektronischen Qualitätskontrolle vorgestellt.
Kurzbio
Martin Stollenwerk ist seit 2020 Leiter Fotografie am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft SIK-ISEA. Er hat an der Fotoklasse der Schule für Gestaltung Zürich, heute ZHdK, Fotografie studiert. Seit dem Studium arbeitete er als selbständiger Fotograf für Architekturbüros, Kommunikationsagenturen, öffentliche und private Kunstsammlungen, Museen und K¨nsterl*innen. 1992 Gründer der Fotoagentur Regards, 1997 Gründer und Betreiber des ersten Schweizer Online-Fotoarchivs remotephoto.com.
2013 bis 2015 Weiterbildung an der ZHdK in Cultural Media Studies mit CAS und MAS Abschluss. Seit 2018 Studien in Photogrammetrie und Computer Vision an der ETH Zürich als Auditor. Seit den zehner Jahren vertiefte Auseinandersetzung mit farbgenauer Digitalisierung und Reproduktion gemäss Metamorfoze, FADGI und ISO 19264-1 Standard. Spezialisierung auf die Farbkalibrierung von Kameras. 2024 vom Schweizerischen Nationalfonds mit dem ersten Preis für wissenschaftliche
Fotografie ausgezeichnet; Mitglied des Vereins Spectrum - Photography in Switzerland.
Ralph Michel
Elénora Bernard
Qualitätskriterien bei der Digitalisierung von Videos und Tondokumenten
Entlang des Signalwegs bei der Digitalisierung analoger Video- und Tonformate sowie beim Auslesen bereits digital vorliegender Träger wird aufgezeigt, welche Parameter als Qualitätskriterien herangezogen werden können. An erster Stelle steht dabei die korrekte Identifikation der jeweiligen Trägerformate und deren digitalen Zielformate. Von der Wahl der Abspielgeräte und der Verkabelung über die Analog-Digital-Wandlung bis hin zu Einstellungen in der Software sind zahlreiche qualitätsbestimmende Entscheidungen zu treffen. Der Vortrag beleuchtet relevante Standards, zeigt die Anwendung in der Praxis und diskutiert, wo Handlungsspielräume bestehen und sinnvoll genutzt werden können.
Kurzbio
Ralph Michel absolvierte eine Berufslehre als Polymechaniker und studierte anschliessend Konservierung und Restaurierung moderner Materialien und Medien an der Hochschule der Künste Bern (HKB). Dabei setzte er seinen Fokus auf die Medienkonservierung, die sowohl die Bearbeitung analoger als auch digital erstellter Werke umfasst.
Sein Wissen und seine praktische Erfahrung vertiefte und erweiterte er während und nach dem Studium in verschiedenen Institutionen, darunter das Staatsarchiv Zürich, das Lichtspiel/Kinemathek Bern, die HKB, die Kunstgiesserei St. Gallen sowie das Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe (ZKM). Seit April 2024 führt er das atelier für medienkonservierung. Daneben ist er als Filmoperateur im Lichtspiel tätig und hat seit 2025 eine Assistenzstelle im Bereich Medienkonservierung an der HKB inne.
Kurzbio
Nach einer Erstausbildung als Buchmalerin studierte Eléonore Bernard Konservierung-Restaurierung an der Hochschule der Künste in Bern, in der Spezialisierung Moderne Materialien und Medien. Seit 2020 arbeitet sie am Kunsthaus Zürich als Medienrestauratorin und ist zudem in der Firma Ødegård & Bernard Restaurierung freiberuflich tätig. Im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit ist sie Vorstandsmitglied im Verein Swiss Video Game Archivists (SVGA), ein lokales Netzwerk für die Erhaltung von Videospielen. Kernkompetenzen: Digitalisierung von audiovisuellen Magnetbändern, Datenmigration von digitalen Speichermedien, digitale Archivierung von audiovisuellen Medien sowie Bestands- und Risikoanalyse von Mediensammlungen.
David Pfluger
Digitalisierung von Film, Unterschiede zu Foto und Video
Die Welten des Kinofilms und der Fotografie überschneiden sich aus technischer Sicht stark. Die im Filmbereich eingesetzte Magnttonspur hat grosse technische Ähnlichkeit mit dem im Audiobereich eingesetzten Magnettonband. Dennoch sind für die Filmdigitalisierung spezifische Geräte notwendig. In ähnlicher Weise sind die für Filmdigitalisate verwendeten digitalen Formate und Standards verschieden von den nah verwandten Medien. In der Präsentation werden die spezifischen Eigenheiten der Kinofilmwelt beleuchtet.
Kurzbio
Promovierter Chemiker, arbeitet seit 2002 im Bereich der Filmtechnik und der Konservierung audiovisueller Medien. Seit 2008 bei verschiedenen wissenschaftlichen Projekten zur Konservierung von Film und Video, u.a. Diastor; zudem ist er als Berater für Archive tätig. Seit 2005 Mitglied der Kompetenznetzwerke Film und Video von Memoriav.
Isabelle Methe
Claire Röthlisberger-Jourdan
Die Anwendung der Entscheidhilfe zur Formatauswahl der KOST aus Sicht eines Verwaltungsarchivs
Die KOST stellt die zusammen mit Memoriav entwickelte Entscheidhilfe zur Auswahl von Zielformaten bei einer Formatkonvertierung oder Digitalisierung vor. Anhand von verschiedenen Kategorien von Anwendungsfällen werden darin die relevanten Aspekte beschrieben, die bei der Formatauswahl berücksichtigt werden müssen. Ein konkretes Beispiel aus dem audiovisuellen Bereich illustriert die Überlegungen und die Auswirkungen der getroffenen Entscheide aus der Perspektive eines Verwaltungsarchivs.
Kurzbio
Isabelle Mehte-Iser leitet seit dem 1. August 2023 die KOST-Geschäftsstelle. Sie war davor in verschiedenen Branchen im Bereich Records Management und Archivierung als Projektleiterin tätig. U.a. befasste sie sich als kantonale Records Managerin im Staatsarchiv Bern mit vielen Fragen aus der Praxis rund um GEVER, Ablieferungsschnittstellen- und prozessen, Formate und digitale Archivierung und betreute Kunden von CM Informatik AG bei der Einführung der entsprechenden Module.
Kurzbio
Claire Röthlisberger-Jourdan arbeitet seit rund 16 Jahren für die KOST und ist u.a. für die Pflege des Katalogs archivischer Dateiformate (KaD) und in der Rolle der Applikationsentwicklerin für die Weiterentwicklung von KOST-Val und KOST-Tools zuständig. Durch ihr trinationales Ingenieurstudium bringt sie Fachwissen in den Bereichen Mechanik, Elektronik und Informatik ein.
Nathalie Fleury
Vincent Friedli
Traiter un fonds imposant : le cas Enard
Constitué de plus de 200 000 phototypes (plaques de verre, négatifs souples, diapositives, tirages…), d’archives familiales et de matériel photographique, le fonds Enard est remarquable par son ampleur, par sa nature – variée et éclectique – ou par sa continuité. Comment une structure généraliste et restreinte comme le Musée jurassien d’art et d’histoire a-t-il appréhendé un tel ensemble ? Comment fixer les priorités ? Quels choix ont été retenus, sur quelles bases ? Quels furent les problèmes rencontrés ?
Biographie
Dès 2001, Nathalie Fleury assume, en tant que conservatrice, la direction du Musée jurassien d’art et d’histoire à Delémont. De 2007 à 2012, elle pilote le réaménagement de cette institution qui est repensée dans sa globalité : parcours permanent, conservation des collections, politique d’acquisitions, ligne des expositions, médiation culturelle. Elle dirige et conçoit de nombreuses expositions et intervient au sein de commissions de projets muséaux. De 2015 à 2022, elle est chargée de cours dans le cadre du Master en études muséales de l’Institut d’histoire de l’art et de muséologie de l’Université de Neuchâtel.
Biographie
Après des études d’archéologie, d’histoire et d’histoire de l’art aux universités de Neuchâtel et de Lausanne, Vincent Friedli participe dès 1988 aux fouilles menées le long de l’autoroute A16 Transjurane. Il est responsable entre 2006 et 2019 de l’édition de ces recherches archéologiques et paléontologiques jurassiennes. Il rejoint à compter de 2019 l’équipe du Musée jurassien d’art et d’histoire comme collaborateur scientifique, pour s’occuper en particulier de recherches historiques et d’iconographie, au sens large.
Toni Bechtold
Priorisierungsstrategien im audiovisuellen Bestand Jazz Helvetica
In der Schweiz existiert seit fast 100 Jahren eine vielfältige Jazzszene mit zahlreichen Musikern, Konzerten und renommierten Festivals, deren musikalische, kulturelle und soziale Entwicklungen im Archiv Jazz Helvetica dokumentiert sind. Der Bestand umfasst umfangreiche audiovisuelle und schriftliche Materialien, darunter Tonträger, Zeitschriften, Bücher, Fotografien, Manuskripte sowie Presse- und Plakatbestände, die jeweils mehrere tausend Einheiten umfassen.
Die archivische Erschliessung und Sicherung dieses Materials steht jedoch noch am Anfang. Vor diesem Hintergrund stellt sich die zentrale Frage, nach welchen Kriterien eine Priorisierung der Bestände erfolgen kann. Ein gerade begonnenes erstes Projekt fokussiert auf sechs ausgewählte Sammlungen. Im Gespräch mit Felix Rauh wird diskutiert, weshalb diese Auswahl getroffen wurde und welche strategischen Überlegungen für die zukünftige Bearbeitung leitend sind.
Im Zentrum steht das Zusammenspiel verschiedener Kriterien, darunter der physische Zustand der Medien, die inhaltliche Relevanz, die Datenlage zu den Dossiers, Kooperationsmöglichkeiten mit Partnerinstitutionen, der potenzielle Nutzen für Forschung und Lehre an der Hochschule Luzern – Musik sowie die mögliche Aussenwirkung für eine breitere Öffentlichkeit.
Kurzbio
Toni Amadeus Bechtold ist Forschungsdozent an der Hochschule Luzern – Musik, freischaffender Jazzmusiker und Musikpädagoge. Nach seinem Musikstudium in Nürnberg absolvierte er Masterstudiengänge in Jazz Performance und Pädagogik in Luzern. Seit 2013 ist er an der HSLU in Forschungsprojekten zu Musikwahrnehmung, Musikpsychologie und Jazzgeschichte (u. a. im Rahmen von Memoriav-geförderten Projekten zu den Jazzfestivals Willisau und Schaffhausen) tätig und leitete mehrere Digitalisierungsprojekte. 2025 promovierte er an der Universität Birmingham mit einer Arbeit zu Groove und Catchiness in der Popularmusik. Er hat rund 20 Fachartikel veröffentlicht und präsentiert seine Forschung regelmäßig auf internationalen Konferenzen. Als Saxofonist konzertiert er europaweit, unter anderem mit dem Zürich Jazz Orchestra und der Roberto Bossard New Group, und ist auf zahlreichen Tonträgern zu hören. Neben seiner Tätigkeit an der HSLU unterrichtet er an der Musikschule Region Sursee.
Frédérique Renno
Schutzdigitalisierung unikaler AV-Medien in der Zentralbibliothek Zürich – einige Überlegungen aus der Praxis (Arbeitstitel)
Die Zentralbibliothek Zürich (ZBZ) bewahrt in ihren Spezialsammlungen zahlreiche audiovisuelle Medien (Tondokumente, Videos und Filme), die durch materiellen Zerfall und Obsoleszenz gefährdet sind. Eine fachgerechte, originalgetreue Digitalisierung dieses meist unikalen Kulturgutes macht die Inhalte zugänglich und garantiert die Langzeitarchivierung der Digitalisate. Doch wie lässt sich sinnvoll und effizient bei der Digitalisierung audiovisueller Medien vorgehen? Welche Medien werden zuerst digitalisiert, wie wird priorisiert und welche Kriterien werden diesen Entscheidungen zugrunde gelegt? Seit 2025 führt die ZBZ das Dreijahresprojekt «Schutzdigitalisierung unikaler AV-Medien» durch, um diese Dokumente zu sichern. Am Beispiel dieses Projekts werden Herausforderungen und Lösungsansätze vorgestellt, wie und welche AV-Medien für die Digitalisierung ausgewählt werden.
Kurzbio
Frédérique Renno studierte Schulmusik an der Musikhochschule Freiburg i. Brsg. und Germanistik an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg i. Brsg. sowie an der Universität Wien. Nach der Promotion im Fach Neuere deutsche Literaturwissenschaft absolvierte sie das Bibliotheksreferendariat an der Universitätsbibliothek der Christian-Albrechts-Universität Kiel und parallel den Master in Bibliotheks- und Informations-wissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin. Erste berufliche Erfahrungen im Bibliothekswesen sammelte sie an der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe. Seit Oktober 2024 ist sie stellvertretende Leiterin der Musikabteilung an der Zentralbibliothek (ZB) Zürich und Fachreferentin für Musikwissenschaft. Sie leitet ein Projekt zur Schutz-digitalisierung unikaler AV-Medien an der ZB Zürich.
Jonas Desax
Heute digitalisieren – morgen archivieren:
Wie Dateigrössen, Formate und Digitalisierungsentscheide den Langzeiterhalt prägen
Digitalisierungsentscheide im AV-Bereich haben direkte Auswirkungen auf die Digitale Langzeitarchivierung. Dateigrössen, Speicherbedarf, Kosten und Qualitätsanforderungen prägen bereits heute die Frage, was in welcher Qualität digitalisiert und langfristig erhalten werden kann. Das Referat zeigt, wie Überlegungen zur langfristigen Sicherung in Priorisierungsentscheide einfliessen - im Spannungsfeld von Qualitätsanspruch, Ressourcen und dem Ziel, audiovisuelle Bestände nachhaltig zu bewahren.
Kurzbio
Jonas Desax ist verantwortlich für die Digitale Langzeitarchivierung in der Kantonsbibliothek Graubünden. Nach ersten beruflichen Erfahrungen in der Inventarisierung und Digitalisierung beim Kanton Thurgau im Jahr 2017, studierte er Informationswissenschaft mit Schwerpunkt Datenmanagement in Chur. Heute befasst er sich mit der langfristigen Sicherung, Archivierung und Erhaltungsplanung von über 10 Millionen digitalisierten Objekten sowie mit der nachhaltigen Zugänglichmachung digitaler Bestände.
Romain Guedj
Kurzbio
Formé en tant que Conservateur-restaurateur spécialisé en photographie à l'Institut National du Patrimoine (France), Romain Guedj a travaillé une dizaine d'année en France et au Canada. Depuis 2008, il s'intéresse à la préservation des données numériques. Après un court passage de chef d'équipe dans une entreprise spécialisée dans la numérisation à Melbourne, il a travaillé comme archiviste du numérique à la Bibliothèque cantonale et universitaire de Fribourg pendant trois années. Depuis 2024, il est conservateur de l'Iconopôle au sein de la Bibliothèque cantonale et universitaire de Lausanne.
Praktische Informationen
#Memoriav Fachtagung 2026
Die Kunst des Priorisierens. Vorgehen bei der Digitalisierung von Bildern und Tönen.
- Datum
17. Juni 2026, 9h-16h30
- Ort
- Vor Ort: UniS, Schanzeneckstrasse 1, 3012 Bern (Gleich oberhalb vom Bahnhof Bern, Zum Lageplan auf GoogleMaps
- Online: Der Vormittag der Fachtagung wird auch online übertragen, allerdings nur der Vormittag und ohne Übersetzung.
- Sprache
Deutsch und Französisch, mit Simultanerübersetzung DE-FR / FR-DE nur vor Ort. Für die Online-Teilnehmenden steht keine Übersetzung zur Verfügung.
- Preise
– Mitglieder CHF 230
– Studierende CHF 50
– Nicht-Mitglieder CHF 350
– Online teilnehmen CHF 120 (nur Programm am Morgen ohne Übersetzung. Der Link zur Onlineteilnahme wird Ihnen kurz vor der Veranstaltung per Mail zugeschickt.)
- Partner
Die Fachtagung wird in Zusammenarbeit mit dem Weiterbildungsprogramm in Archiv-, Bibliotheks- und
Informationswissenschaft der Universitäten Bern und Lausanne (CAS/MAS ALIS) organsiert.
Weitere Partner der Veranstaltung sind die folgenden Partner/-Fachverbände:
– KOST
– Bibliosuisse
– Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare (VSA)
– Verband der Museen der Schweiz (VMS – ICOM Schweiz).
- Anmeldung und Anmeldeschluss
Bitte melden Sie sich bis zum 5. Juni 2026 über unser Online-Formular an:
Zur Online-Anmeldung
- Allgemeine Bemerkungen
Die Versicherung ist Sache der Teilnehmenden.